Ich erinnere mich, als ein Freund mich w\u00e4hrend eines gemeinsamen Restaurantbesuches einst fragte, warum ich „Sumimasen“ \u3059\u307f\u307e\u305b\u3093 (Entschuldigung)<\/strong> gesagt hatte, als die Kellnerin das Essen serviert hatte. „Es f\u00fchlt sich angemessen an“, war mein erster Gedanke. Doch als ich erneut dar\u00fcber nachdachte, kam ich zum Schluss, dass „Sumimasen“ in diesem Kontext nicht einfach als „Entschuldigung“<\/strong> interpretiert, sondern als „Es tut mir leid, Ihnen Umst\u00e4nde bereitet zu haben, aber vielen Dank“<\/strong> \u00fcbersetzt werden muss.<\/p>\n\n\n\n
Einfach gesagt, ein Englisches „Sorry“ und ein Japanisches „Sumimasen“ sind zwei verschiedene Botschaften<\/strong>. Deswegen muss der kulturelle Hintergrund des Sprechers klar in Betracht gezogen werden, bevor man die Entschuldigung auch so verstehen kann, wie sie tats\u00e4chlich gemeint ist.<\/p>\n\n\n\n
In Anbetracht des taktvollen und klassenbewussten Wesen der Japanischen Kultur m\u00f6gen Entschuldigungen zwar als eine Art Routine erscheinen<\/strong>, obschon eine Entschuldigung sehr bewusst ge\u00e4u\u00dfert wird<\/strong>, was auch die Vielzahl an kontextabh\u00e4ngigen Ausdr\u00fccken best\u00e4tigt:<\/p>\n\n\n\n
„Sumimasen“<\/strong> ist wohl die allt\u00e4glichste Art, sich auf Japanisch zu entschuldigen<\/strong>: Benutze es beispielsweise als die Art Entschuldigung, wenn du jemandem aus Versehen auf den Fu\u00df trittst. „Sumimasen“ kann ebenfalls als „Entschuldigen Sie“ verwendet werden, beispielsweise wenn ein Kellner gerufen werden soll oder wenn man sich aus einem dicht bev\u00f6lkerten U-Bahn-Waggon herausquetschen muss. Und wie zuvor erw\u00e4hnt, dr\u00fcckt „Sumimasen“ eine Art Dankbarkeit aus.<\/p>\n\n\n\n
Aber wir dachten, „Arigatou“ sei die <\/em>Art, Danke<\/strong> zu sagen?<\/p>\n\n\n\n
Betrachten wir den Ausdruck „Sumimasen“ genauer (\u6e08\u307f\u307e\u305b\u3093, wortw\u00f6rtlich „es kann nicht gekl\u00e4rt\/aufgel\u00f6st werden“), kommen wir zu folgenden Kernaussagen:
1. Ich kann meine Reue f\u00fcr das Geschehene nicht g\u00e4nzlich ausdr\u00fccken und entschuldige mich.
2. Ich bin Ihnen unendlich dankbar, dass Sie sich meinetwegen die M\u00fche gemacht haben.<\/p>\n\n\n\n
Einige Leute w\u00fcrden sogar behaupten, dass „Sumimasen“ zur Verwendung kommen sollte, um Vorgesetzten zu danken<\/strong>, w\u00e4hrend diese wiedrum ihren untergeordneten Angestellten und Gleichgesetzten mit „Arigatou“ ihren Dank ausdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n
Randbemerkung: Wie auch immer du „Sumimasen“ einsetzen m\u00f6chtest, vergiss auf keinen Fall, dass die umgangssprachliche Abwandlung „Suimasen“<\/strong> bei Vorgesetzten aufgrund ihrer L\u00e4ssigkeit gar nicht gut ankommt. Schlimmer noch: „Suman“<\/strong>, welches oft in TV-Serien oder Anime vorkommt und mehrheitlich von M\u00e4nnern gebraucht wird. Es k\u00fcrzt die Form „Sumanai“ (die einfache Form von „Sumimasen“) zu einer noch k\u00fcrzeren Form ab.<\/p>\n\n\n\n
Eine formellere Version<\/strong> von „Sumimasen“ ist „Sumimasen deshita“<\/strong>, welches bei Vorgesetzten Verwendung findet. Oder dann, wenn man einen gr\u00f6\u00dferen Fehler begangen hat, als blo\u00df jemandem auf den Fu\u00df zu treten. F\u00fcgt man „deshita“<\/strong> hinzu, so befindet sich „Sumimasen“ in der Vergangenheitsform<\/strong>. Es kann nun folgenderma\u00dfen interpretiert werden: „Ich entschuldige mich f\u00fcr das, was ich getan habe“.<\/p>\n\n\n\n
Das Kanji der Silbe „men“ in „Gomen“ (\u5fa1\u514d)<\/strong> bedeutet „Vergebung“<\/strong>, was die Ausdr\u00fccke „Gomen“, „Gomen-nasai“ und „Gomen-kudasai“<\/strong> (formellere Version, die Keigo<\/em> genannt wird) zu direkten Eingest\u00e4ndnissen der Schuld<\/strong> macht, f\u00fcr die man nun Vergebung ersucht.<\/p>\n\n\n\n
„Gomen-nasai“ und „Gomen-kudasai“, welche beide h\u00f6flichere Formen von „Gomen“ sind, k\u00f6nnen als „Bitte vergib mir“<\/strong> \u00fcbersetzt werden. „Gomen“ hingegen sollte nur f\u00fcr nahestehende Freunde und Bekannte in Anspruch genommen werden.<\/p>\n\n\n\n
„Sumimasen“ und „Gomen-nasai“ sind angebrachte Arten sich zu entschuldigen, wobei „Gomen-nasai“ aufgrund seines ausdr\u00fccklichen Schuldindiz eher bevorzugt wird. Besonders dann, wenn man sich im Dialog mit Vorgesetzten oder in einem (vergleichsweise weniger ernsten) gesch\u00e4ftlichen Verh\u00e4ltnis befindet.<\/p>\n\n\n\n
\u201cShitsurei\u201d (\u5931\u793c) wird als „unh\u00f6flich“ \u00fcbersetzt<\/strong>, wobei es wortw\u00f6rtlich so viel wie „Verlust von Respekt“<\/strong> bedeutet. Somit k\u00f6nnen die Phrasen „Shitsurei“ und „Shitsurei shimasu“<\/strong> den Wunsch nach Vergebung der eigenen Unh\u00f6flichkeit<\/strong> implizieren. „Shitsurei shimasu“ wird auch dann verwendet, wenn man sich in Pr\u00e4senz einer respektierten Person entschuldigt. Zum Beispiel dann, wenn man das Sprechstundenzimmer des Arztes nach einer Untersuchung verl\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n
„Shitsurei shimashita“<\/strong> und „Shitsurei itashimashita“<\/strong> (ansteigender Keigo<\/em>-Grad) sind, wie zuvor bei „Sumimasen deshita“, als h\u00f6flichere Vergangenheitsformen<\/strong> zu betrachten, deren Nutzung f\u00fcr arbeitsbezogene Situationen empfohlen wird. Sie sind oft in der gesch\u00e4ftlichen Umgebung anzutreffen.<\/p>\n\n\n\n
Kommen wir nun zu den Entschuldigungen, die am ehrw\u00fcrdigsten klingen: <\/p>\n\n\n\n
„Moushiwake“ (\u7533\u3057\u8a33)<\/strong> bedeutet „Ausrede“<\/strong>, wodurch die Phrase „Moushiwake nai“ und ihre Keigo<\/em>-\u00c4quivalente als „keine Ausrede“, also dass man seine eigenen Handlungen berechtigen und entschuldigen kann, aufgenommen werden kann.<\/p>\n\n\n\n
„Moushiwake gozaimasen“<\/strong> w\u00e4re die h\u00f6flichste Ausdrucksweise<\/strong> unter den drei verschiedenen Formen, jedoch \u2013 wie du vielleicht bereits erwartet hast \u2013 steigert die Vergangenheitsform den H\u00f6flichkeitsgrad<\/strong> zus\u00e4tzlich.<\/p>\n\n\n\n
Diese Formen sollten dann Verwendung finden, wenn dir auf der Arbeit ein grober Fehler unterlaufen ist<\/strong>, beispielsweise mit einer verpatzten Pr\u00e4sentation. (Und dr\u00fcck dich zus\u00e4tzlich mit einer tiefen Verbeugung aus!)<\/p>\n\n\n\n
Aber sollte dein Fehler die Firma glatt einen Kunden gekostet haben, w\u00fcrde die ultimative Entschuldigungsform zum Einsatz kommen:<\/p>\n\n\n\n
Dieser Ausdruck kann folgenderma\u00dfen interpretiert werden: „Es gibt keine Ausrede f\u00fcr meine Fehler, ich bin g\u00e4nzlich f\u00fcr dieses Verh\u00e4ngnis zu verantworten und entschuldige mich aufrichtig.“<\/strong> Diese Phrase kommt im Alltag eher selten<\/strong> zum Einsatz, aber sie kann beispielsweise dann angetroffen werden, wenn sich ein Zug versp\u00e4tet. Ansonsten hoffen wir f\u00fcr alle Lesenden, dass ihr diesen Ausdruck nicht allzu oft antrefft!<\/p>\n\n\n\n
Und falls ihr noch mehr \u00fcber die japanische Sprache oder Kultur lernen wollt, schaut doch in unseren anderen Artikeln<\/a> vorbei!<\/p>\n\n\n\n