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Neue Goldene Route Hokuriku: Eine gastronomische Reise mit der Bahn von Tokio nach Osaka

Essen & Trinken Fukui Gesponsert Gifu Goldene Route
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Von Tokio nach Osaka zu reisen folgt oft einem Standardmuster: auf der Tokaido-Linie nach Süden und den Tag damit abgehakt. Unser Vorschlag führt euch im wahrsten Sinne des Wortes über eine andere Strecke. Die Neue Goldene Route folgt dem Hokuriku-Shinkansen und seinen anschließenden regulären (nicht-Shinkansen-)Bahnlinien durch Gunma, Nagano, Niigata, Toyama, Gifu, Ishikawa, Fukui, Shiga und Kyoto, und verwandelt Umstiege in Verkostungen.

Denkt an Aal in Marunouchi, Satoyama-Abendessen in Minakami, fermentierte Aromen in der Gegend um den Zenkoji-Tempel, Meeresfrüchte aus dem Japanischen Meer in Itoigawa und Toyama, Kräuter in Hida Furukawa, praktisches Hosomaki-Rollen in Kanazawa und das Makrelen-Erbe der Saba Kaido in Wakasa, dann an ein saisonales Essen vom Hof direkt auf den Tisch, geprägt vom Klima Shigas, in einem traditionellen Ryotei in Hikone, bevor die Reise in Kyoto süß endet. Mit der sanften Süße der Azuki-Bohnen aus Kameoka bringt Kyoto die Reise zu einem ruhigen Abschluss.

Unterwegs sorgen die Sightseeing-Züge von JR-East und JR-West für einen essbaren Umweg. Jeder Halt eignet sich sowohl für ein langes Wochenende als auch für eine einwöchige Entdeckungsreise, und jede Empfehlung ist um eine Mahlzeit herum aufgebaut, die die Fahrt rechtfertigt, wobei der Hokuriku-Arch-Pass die gesamte Route zusammenbindet.

Das “Rückgrat der Schiene”: Hokuriku-Shinkansen

Am einfachsten lässt sich diese Route als “Wirbelsäule mit Rippen” verstehen. Die “Wirbelsäule” ist der Hokuriku-Shinkansen, der vom Großraum Tokio zur Seite des Japanischen Meeres verläuft, mit großen Bahnknotenpunkten, die Stopover unkompliziert machen. Die „Rippen“ sind die regulären (nicht-Shinkansen-)JR-Linien, die zu kulinarischen Städten und Onsen-Tälern abzweigen, zu Orten, an denen aus dem Mittagessen eine Übernachtung werden kann und aus der Übernachtung eine kleine, appetitgetriebene Rundreise.

So könnt ihr in Abschnitten planen, wie von Tokio bis Gunma/Nagano, dann weiter nach Niigata und Toyama, hinüber nach Kanazawa in Ishikawa, hinunter durch Fukui und um den Biwa-See in Shiga, mit dem Ziel Kyoto. Reserviert Plätze an beliebten Tagen, lasst euch beim Umsteigen Luft zum Atmen und behandelt Bahnhöfe als Teil des Essensplans: Schließfächer, kurze Wege und schnelle lokale Snacks zwischen den Zügen.

Das Wichtigste zum Hokuriku-Arch-Pass

Der Hokuriku-Arch-Pass ist das Werkzeug, das diesen genussorientierten Korridor zusammenhängend wirken lässt: ein Pass, sieben aufeinanderfolgende Tage entlang der Neuen Goldenen Route und ein breites JR-Netz zwischen JR-East und JR-West, das die Tokio-Seite mit Hokuriku und Kansai verbindet. Das bedeutet unbegrenztes Reisen innerhalb des Gültigkeitsbereichs, zusätzlich zur Nutzung reservierter Sitzplätze auf dem Hokuriku-Shinkansen (Tokio–Tsuruga) sowie reservierter Sitzplätze auf wichtigen Limited-Express-Zügen (einschließlich Haruka und Thunderbird), zusammen mit Rapid- und Local-JR-Linien im abgedeckten Bereich.

Was außerdem noch praktisch ist: Der Pass gilt von Mitternacht am Starttag bis Mitternacht am letzten Tag (JST). Wenn die Gültigkeit am letzten Tag abläuft, während ihr noch unterwegs seid, dürft ihr eure Fahrt fortsetzen. Reservierungen für Sitzplätze können an Ticketbüros, -schaltern oder an kompatiblen Automaten vorgenommen werden.

Eine kulinarische Route in angenehmem Tempo

Für Gourmet-Fans kann die Planung etwas herausfordernd sein. Baut eure Reiseroute pro Stopp um eine Anker-Mahlzeit herum auf und haltet alles andere bewusst leicht. Ein volles Unagi-Set (Aal) zum Mittagessen, ein Ryokan-Abendessen oder ein Kaiseki-Gangmenü übernehmen bereits die Hauptarbeit; der Rest des Tages darf aus Snacks, Märkten und einem guten Kaffee bestehen. Betrachtet Umstiege als Verbündete beim Planen: Kommt früh genug an, um Gepäck in Schließfächern am Bahnhof zu verstauen, geht ohne Hektik zum Restaurant und steigt dann mit genügend Zeitpuffer in den nächsten Zug. Für Orte mit hohem Reservierungsbedarf (Private-Dining, Ryokan-Abendessen), sichert zuerst die Termine und passt die Züge daran an. Ergänzt einen Sightseeing-Zug als beweglichen Aperitif: Ein Verkostungswagen ersetzt die Hektik vor dem Abendessen, noch schnell eine Bar finden zu müssen.

Kulinarische Stationen: Präfektur für Präfektur

Lasst uns nun die kulinarischen Highlights dieser Reise entdecken.

Tokio: Unagi Kitao (Marunouchi)

Unagi Kitao präsentiert „modern eel cuisine“ (deutsch: moderne Aalküche) als technikorientierte Neuinterpretation klassischer Gerichte, getragen von einer Muttergesellschaft mit tiefen Wurzeln in der japanischen Gastronomie. Das Markenzeichen des Hauses ist ein Hochtemperatur-Schnellgrill, der eine knusprige Haut und ein zart-saftig lockeres Inneres hervorbringt, ideal für Gäste, die den Kontrast zwischen krosser Oberfläche und weichem Kern schätzen.

Unagi Kitao in Tokio
© Unagi Kitao

Das Restaurant wählt Zucht-Aal aus mehreren Produktionsregionen aus (darunter Shizuoka, Kochi, Nagasaki, Kagoshima und Taiwan) und legt den Fokus auf Premium-Fisch, der länger aufgezogen wurde. Die Saucen sind ein wichtiger Teil des Erlebnisses: Sojasauce aus ganzen Sojabohnen und Junmai Hon-Mirin, ohne chemische Würzmittel oder Zusätze, sodass der Geschmack eher elegant als laut ausfällt.

Gebratener Aal in Japan
© Unagi Kitao

Die Speisekarte umfasst herausragende Klassiker wie Unaju, Seiro-Mushi und Shirayaki, ergänzt durch umfangreichere Menüoptionen, die auch traditionelle Gerichte wie Kimo-yaki (gegrillte Leber) einschließen können. Private Räume sind verfügbar, und die praktische Lage nahe dem Bahnhof Tokio macht das Restaurant ideal, um ein seriöses Mittagessen in einem Reisetag per Bahn einzubauen.

Adresse: 6F Marunouchi Oazo, 1-6-4 Marunouchi, Chiyoda-ku, Tokio 100-0005

  • Unagi Kitao


    ESTABLISHMENT FOOD POINT_OF_INTEREST
  • Japan, 〒100-0005 Tokyo, Chiyoda City, Marunouchi, 1-chōme−6−4 丸の内オアゾ 6階
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Gunma: Keisetsu no Yado Syobun (Minakami Onsen)

Keisetsu no Yado Syobun in Minakami Onsen ist für Reisende gemacht, die möchten, dass ihr Abendessen und ihre Landschaft aus derselben Postleitzahl stammen. Der Aufenthalt konzentriert sich auf Gästezimmer mit Open-Air-Bädern sowie zwei private Bäder und hält das Tempo bewusst ruhig und persönlich.

Essen steht hier eindeutig im Mittelpunkt: Die Yamabito-Küche greift auf Zutaten aus den Okutone-Bergen, dem Tone-Fluss und den umliegenden Feldern zurück, mit einem Ansatz, der lokale Tradition respektiert und zugleich flexibel und stark zutatenorientiert kocht.

Abendessen im Keisetsu no Yado Syobun
© Keisetsu no Yado Syobun

Fisch erhält hier die Holzkohle und sorgfältige Hitze, die er verdient; Gemüse behält Form und Farbe; Fleisch variiert je nach Zuschnitt und erhält, dort wo es passt, auch das Reifen. Abendessen und Frühstück werden in privaten Räumen mit Tischen im Irori-Stil serviert, wodurch lange Mahlzeiten leicht wirken.

Für zusätzlichen Komfort der Gäste bietet das Ryokan bei Vorreservierung einen Abholservice um 15 Uhr an der Station Minakami an.

Adresse: 277 Tsunago, Minakami-machi, Tone-gun, Präfektur Gunma 379-1725

  • Keisetsu no Yado Syoubun


    ESTABLISHMENT FOOD LODGING
  • 277 Tsunago, Minakami, Tone District, Gunma 379-1725, Japan
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Nagano: HAKKO MONZEN (Umgebung Zenkoji)

HAKKO MONZEN sitzt genau dort, wo Naganos klassischer Sightseeing-Rhythmus auf seine alltägliche Vorratskammer trifft: nahe dem Zenkoji-Tempel, in einem renovierten Kaufmannshaus aus der Taisho-Zeit und serviert unkomplizierte, köstliche Teller rund um Shinshu-Zutaten, wobei Fermentation als Naganos lokale Superkraft behandelt wird.

Es lässt sich leicht in einen Tempel-Spaziergang integrieren, weil es sowohl ein Mittag- als auch Abendessen abdeckt, mit einer entspannten und freundlichen Atmosphäre, die flexible Pläne je nach Tagesablauf ermöglicht. Als charakteristisches Mittagsmenü gilt das fermentierte Gozen, das zwei kleine Beilagen, Salat, Miso-Suppe mit Schweinefleisch und Sake-Trester, in Nagano angebauten weißen Reis und ein frei wählbares Hauptgericht aus mehreren Optionen kombiniert, darunter Schwein, Huhn oder Curry, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Lunch im Hakko Monzen in Nagano
© Toshiko Sakurai

Für Gruppen umfassen die Kursmenüs All-you-can-drink-Optionen mit Fassbier, Shochu und Sake sowie den originalen HAKKO-MONZEN-Drinks, daneben sind auch reine Menüpläne ohne Getränke verfügbar. Für alle, die kulinarische Souvenirs aus der Region mögen, gibt es auch einen kleinen Shop, der einige der beliebtesten Produkte verkauft.

Adresse: 1F, 16-1 Higashigocho, Nagano, Präfektur Nagano 380-0832

  • HAKKO MONZEN


    ESTABLISHMENT FOOD MEAL_TAKEAWAY
  • Japan, 〒380-0832 Nagano, Higashigochō−16−1 1階
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Niigata: Tsurugiya (Itoigawa)

Tsurugiya in Itoigawa baut auf zwei Ebenen von Geschichte auf: seiner eigenen und der der Küste, zu der es gehört. Das Restaurant führt seine Ursprünge auf das Jahr 1805 zurück, begann als Reishandel und entwickelte sich zu einem seit Langem geführten, klassischen japanischen Restaurant.

Meeresfrüchte im Tsurugiya
© Tsurugiya

Itoigawa liegt am Eingang zur Toyama-Bucht und die Küche fasst zusammen, was diese Geografie verspricht, mit ausgewählten lokalen Meeresfrüchten wie Winter-Seeteufel, Nodoguro (Schwarzkehlbarsch), Krabben, süße Garnelen und Gelbschwanz, dazu Berggemüse, das bis in den Frühsommer hinein verwendet wird. Alles wird zu einem raffinierten und unvergesslichen kulinarischen Erlebnis ausgewählt.

Neue Goldene Route Hokuriku: Tsurugiya in Niigata
© Tsurugiya

Das schwierigste Kapitel für das Restaurant kam am 22. Dezember 2016, als der große Brand nördlich des Bahnhofs Itoigawa das Haus bis auf die Grundmauern zerstörte. Tsurugiya öffnete am 13. April 2019 wieder, am ursprünglichen Ort neu aufgebaut, wobei das schwarz-weiße Bild des früheren Gebäudes als Zeichen von Kontinuität erhalten blieb, mit frischem Holz und neuem Entschluss.

Adresse: 2-13-1 Omachi, Itoigawa, Präfektur Niigata 941-0061

  • Tsurugiya


    ESTABLISHMENT FOOD POINT_OF_INTEREST
  • 2-chōme-13-1 Ōmachi, Itoigawa, Niigata 941-0061, Japan
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JR-East-Zusatzoption: Koshino Shu*Kura (Niigata-Sake-Sightseeing-Zug)

Der Koshino Shu*Kura verwandelt eine Bahn-Etappe in eine Verkostungssession; mit spektakulärer Landschaft inklusive. Wie JR-East es treffend formuliert, ist Niigata „der König der lokal gebrauten Sake”, und dieser Zug ist um genau diese Idee herum gebaut. An Bord gibt es eine eigene Verkostungsecke, die fünf rotierende Marken aus Niigata serviert, plus einen kostenlosen lokalen Sake-Ausschank, der von Anfang an für eine einladende Atmosphäre bei den Passagieren sorgt, die ihren Platz an Bord gebucht haben.

Koshino Shu*Kura (Niigata-Sake-Sightseeing-Zug)
© JR East

Auch die Sitzplätze gehört zum Vergnügen: Box-Sitze für Gespräche am Tisch, Fenster-Doppelsitze für Landschafts-Puristen, verstellbare Liegesitze sowie ein Freiraum zum Ausstrecken zwischen den Gläsern. Der zweite Wagen funktioniert als Treffpunkt, mit dem Kuramori-Service-Counter, der Sake, Snacks und originale Waren verkauft, plus einer Gedenkbriefmarke für diejenigen, die Zugfahrten wie Erfolge behandeln.

Im Inneren des Koshino Shu*Kura (Niigata-Sake-Sightseeing-Zug)
© JR East

Als Souvenir, mit dem man angeben kann, gibt es einen exklusiv an Bord erhältlichen, originalen Daiginjo, der in Zusammenarbeit mit einer Brauerei aus Niigata entstanden ist. Die Routen variieren je nach Liniennamen, darunter Fahrten wie Joetsu-Myoko–Tokamachi und Joetsu-Myoko–Niigata.

Sake aus Niigata
© JR East

Toyama: Sangen (Uozu)

Sangen in Uozu ist die Art von Ort, der Toyamas Geografie wie einen Menüplan behandelt, mit der Toyama-Bucht auf der einen Seite, der Tateyama-Bergkette auf der anderen und einer saisonalen Küche, die um beides herum aufgebaut ist. Das Restaurant ist von der Toyama-Bucht, die oft als „natürliches Fischbecken“ bezeichnet wird, und von der Tateyama-Bergkette umgeben. Aus dem Reichtum von Meer und Bergen schöpfend, webt es diesen reichen natürlichen Hintergrund in sein Kaiseki-Menü ein.

Das Format passt zu Reisenden, die möchten, dass sich ein Abendessen ohne Eile anfühlt, jeder Raum ist privat, und das Haus positioniert sich ausdrücklich für besondere Anlässe, wie Feiern und Gedenkessen. Anlässe, die von ruhigem Tempo und klarem Fokus profitieren.

Private Speiseräume im Sangen
© Sangen

Die Lage des Restaurants ist entlang der Route recht praktisch, nur einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof Uozu an der Ainokaze-Toyama-Bahnlinie entfernt, und damit gut erreichbar, sobald man Toyama mit dem Hokuriku-Shinkansen erreicht und die Fahrt fortgesetzt hat. Die Schließtage sind unregelmäßig, daher solltet ihr vorsichtshalber die Hinweise auf der offiziellen Website prüfen.

Adresse: 2-15 Ekimae Shinmachi, Uozu-shi, Präfektur Toyama 937-0051

  • 三玄


    ESTABLISHMENT FOOD POINT_OF_INTEREST
  • 2-15 Ekimae Shinmachi, Uozu, Toyama 937-0051, Japan
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Gifu: Busuitei OHAKO (Hida Furukawa)

Busuitei OHAKO wirkt wie das Café, das Hida selbst hätte erfinden können, in den Bergen verwurzelt und doch leise erfinderisch. Es eignet sich hervorragend als „gehen, essen, weitergehen“-Stopp in Hida Furukawa, ein Café im Alltagsstil, das lokale Heilkräuter als Alltagsküche versteht und in einem retrohaften Bauernhaus aus der Taisho-Zeit serviert, das in der Straße sofort auffällt.

Busuitei OHAKO in Gifu
© Busuitei OHAKO

Das Konzept ist schlicht und sehr typisch für Hida, mit vielen Kräutern, zubereitet auf eine Weise, die wirklich gut schmeckt. Die Hausspezialität ist eine kräuterbasierte Lunch-Platte, die sich mit den Jahreszeiten verändert, und die Getränke folgen derselben Logik, mit Kaffee aus Perlbohnen und kräuterinfundierten Optionen, die zur aromaorientierten Ausrichtung der Küche passen.

Kräuterbasierte Gerichte im Busuitei OHAKO
© Busuitei OHAKO

Wenn ihr in Eile seid (oder einfach dem Snacken am Kanal verpflichtet), gibt es ein Take-out-Fenster sowie ein saisonales Softeis mit frischer Sahne, das gern zum zweiten Dessert wird.

Adresse: 3-22 Ichinocho, Furukawa-cho, Hida-shi, Präfektur Gifu 509-4234

  • Ohako


    CAFE ESTABLISHMENT FOOD
  • 3-22 Furukawachō Ichinomachi, Hida, Gifu 509-4234, Japan
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Ishikawa: COIL (Kanazawa)

COIL ist ein Kanazawa-Restaurant mit einem sehr lokalen Flex: Es nimmt die vertraute Hosomaki-Sushi-Kultur der Stadt und macht den letzten Schritt zu einem Erlebnis. Gäste wählen Zutaten aus, „vollenden“ die Rollen mit ihren eigenen Händen und essen sie dann.

Hosomaki bei COIL in Kanazawa
© COIL

Die Idee ist teils Kunstprojekt, teils kulinarisches Spiel, und positioniert das Konzept als sinnlich ausgerichtete, moderne, kreative japanische Küche, die auf traditionellen Säulen aufbaut: Hosomaki-Sushi, Tempura und Tee, präsentiert in zeitgenössischer Gestaltung. Bei den Hosomaki können die Gäste weit über klassische Meeresfrüchte hinausgehen, die Füllungen reichen von Fleisch und Gemüse bis hin zu Käse und anderen Kombinationen, sodass das Erlebnis auch für Gäste funktioniert, die rohen Fisch meiden, und je nach Auswahl an halal- oder veganen Vorlieben angepasst werden kann.

Teeverkostung bei COIL
© COIL

Darum herum ergänzt die Küche knusprige Tempura, saisonale Miso-Suppen und eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl japanischer Tees von einem Tee-Verkostungsstand. Alles wird in klaren, modernen Keramiken serviert, die Ishikawas Handwerkstradition widerspiegeln, ohne in Nostalgie zu verfallen.

Herstellung von Hosomaki
© COIL

Zwischen dem hellen, offenen Layout und der lockeren Preisgestaltung eignet sich COIL sowohl als Mittagsstopp beim Erkunden Kanazawas als auch als leichtes Abendessen vor den Abendzügen. 

Adresse: 2F Kanazawa Hakomachi, 1-1 Fukuro-machi, Kanazawa-shi, Präfektur Ishikawa 920-0909

  • Kanazawa Temakizushi Coil


    CAFE ESTABLISHMENT FOOD
  • かなざわはこまち 2F, 1-1 Fukuromachi, Kanazawa, Ishikawa 920-0909, Japan
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Fukui: Kumagawa-juku und die Saba-Kaido-Route

Kumagawa-juku liegt an der Saba Kaido (deutsch: Makrelenstraße), den Handelsrouten, die einst die Wakasa-Bucht im Südwesten Fukuis mit den Märkten Kyotos (wie dem Nishiki Market) verbanden. Lange bevor es Kühltransporte und Lieferungen am nächsten Tag gab, musste Fisch schnell ankommen, und diese Talstadt bewahrt bis heute ihr traditionelles Straßenbild.

Kumagawa-juku
© Toshiko Sakurai

Die Siedlung wuchs entlang des Kita-Flusses als Umschlagplatz, an dem Fracht mit Pferden weitertransportiert und sogar per Boot befördert werden konnte, was erklärt, warum der Ort in seinem Grundriss bis heute sein traditionelles Straßenbild bewahrt.

Neue Goldene Route Hokuriku: Kumagawa-juku
© Toshiko Sakurai

Heute liegt der Reiz darin, wie viel von diesem Stadtbild aus der Edo-Zeit noch in sich geschlossen erhalten ist. Kumagawa-juku wurde 1996 als wichtiges Erhaltungsgebiet für Gruppen traditioneller Bauten ausgewiesen, und die weiter gefasste Geschichte von Miketsukuni Wakasa und der Saba Kaido wurde 2015 als Japan Heritage (deutsch: Erbe Japans) anerkannt. Im Jahr 2024 wurde der Ort als erster Standort in Japan für „Japan Heritage Premium“ ausgewählt, die höchste Auszeichnung für zertifizierte Japan-Heritage-Gebiete, als Modell, das die Richtung repräsentiert, die Japan Heritage künftig verfolgen will.

Marushin

In einer Poststadt, die von Lebensmittel-Logistik geprägt wurde, ist Marushin ein thematisch passender Halt: ein seit Langem bestehendes Geschäft in einem traditionellen, über 190 Jahre alten Kumagawa-juku-Gebäude, bekannt sowohl für Kudzu-Süßigkeiten als auch für Saba-zushi.

Marushin auf der neuen goldenen Route Hokuriku
© Toshiko Sakurai

Das Aushängeschild ist das Saba-Zushi aus im Inland bezogener frischer Makrele, dazu kommt eine Auswahl an Kudzu-Klassikern wie Kuzumochi, Kuzukiri und Kuzumanju sowie Wohlfühl-Beilagen wie Sesam-Tofu und saisonal eingelegtes Gemüse, serviert in Tatami-Räumen, die sowohl für Allein-Snacker als auch für reservierte Gruppen passen.

Wenn ihr möchtet, dass sich der Besuch wie eine echte Pause auf der Reise anfühlt, esst vor Ort: Die Ausstattung besitzt eine schöne Altstadt-Atmosphäre, denkt an niedrige Tische und Zeit, die sich in vernünftigem Tempo bewegt, und passt gut zu einem Menü, das um Zutaten herum gebaut ist, die einst genau diese Straße entlang gereist sind.

Adresse: 39-11-1 Kumagawa, Wakasa-cho, Mikatakaminaka-gun, Präfektur Fukui 919-1532

  • Marushin


    ESTABLISHMENT FOOD POINT_OF_INTEREST
  • 39-11-1 Kumagawa, Wakasa, Mikatakaminaka District, Fukui 919-1532, Japan
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Yao Kumagawa (verteilte Unterkünfte und kulinarische Erlebnisse)

Yao Kumagawa nimmt die „Reisestadt“-DNA von Kumagawa-juku und verwandelt sie in einen Aufenthalt, der um Essen und praktische Zeit herum entworfen ist. Das Konzept konzentriert sich darauf, lokale Kultur für moderne Gäste nutzbar zu machen, alte Häuser für Unterkünfte zu renovieren und dann Erlebnisse aufzubauen, die es euch ermöglichen, die Zutaten der Region tatsächlich zu verwenden, statt nur über sie zu lesen.

Zwei herausragende Optionen zielen direkt in die Küche. Eine ist das Kamado-Programm: Ihr kocht Reis auf einem holzbefeuerten Ofen im Edo-Stil im Hauptbüro (Hishiya) und setzt euch dann zu einem frisch zubereiteten Mittagessen, das nach einem festen Ablauf (10:30–13:30 Uhr) durchgeführt wird, mit einer Ein-Gruppe-pro-Tag-Regelung.

Kochen im Yao Kumagawa
© Yao Kumagawa

Die andere ist eine winterfokussierte Kochsession (Dezember–Februar), bei der ihr mit einer „Mama“-Lehrerin lokale Hausgerichte zubereitet, kleine Teller für das Abendessen sowie ein besonderes Kuzumanju macht, und die eher um Gespräch und Vorbereitung herum gebaut ist als um das Gefühl eines steifen Workshops.

Adresse: 30-6-1 Kumagawa, Wakasa, Mikatakaminaka, Präfektur Fukui 919-1532

  • Yao Kumagawa


    ESTABLISHMENT LODGING POINT_OF_INTEREST
  • 30-6-1 Kumagawa, Wakasa, Mikatakaminaka District, Fukui 919-1532, Japan
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Shiga: Ryotei Ryokan Yasui (Hikone)

In Hikone, wo die Burg den historischen Kern der Stadt verankert, ist das Ryotei Ryokan Yasui eine gut platzierte Basis für die Übernachtung. Das Gasthaus liegt nahe der Burg Hikone (ein Nationalschatz), was es zu einem einfachen Ort macht, um einen Tag zwischen Steinmauern, Wassergräben und diszipliniertem Gehen zu beenden.

Ryotei Ryokan Yasui
© Ryotei Ryokan Yasui

Innen kommt die Stimmung eher vom Handwerk als von Größe: Die Gästezimmer blicken auf einen japanischen Garten, sodass selbst eine kurze Teepause einen Moment der landschaftlichen Ruhe bietet. Mehrere Zimmer verfügen über Badewannen aus Zypressenholz, ein Detail, das das übliche Bad nach dem Sightseeing leise aufwertet.

Menü im Ryotei Ryokan Yasui
© Ryotei Ryokan Yasui

Das Abendessen ist als saisonales, in Shiga verwurzeltes Erlebnis positioniert. Das Gasthaus betont Zutaten, die nach der Jahreszeit ausgewählt werden, wobei der Koch persönlich in Hügel und Felder geht, um nach Produkten und essbaren Pflanzen zu suchen, eine altmodische Gewohnheit mit sehr modernen Ergebnissen auf dem Teller.

Feuerstelle im Ryotei Ryokan Yasui
© Ryotei Ryokan Yasui

Bucht es als Belohnung für euren „Burgtag“: klares Timing, ruhiges Tempo und Essen, das zu der Region gehört, die ihr sehen wollt.

Adresse: 13-26 Yasushimacho (Yasukiyo-cho), Hikone-shi, Präfektur Shiga 522-0082

  • Yasui


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  • 13-26 Yasukiyochō, Hikone, Shiga 522-0082, Japan
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Kyoto: Azuki-no-sato (Kameoka)

Azuki-no-sato in Kameoka behandelt die schlichte rote Bohne wie eine Hauptfigur mit einer vollständigen Hintergrundgeschichte. Die Einrichtung stellt sich als Mitmach-Tourismusort in „Kyotos Küche“ vor, aufgebaut um Süßigkeiten-Workshops herum, wobei Kyogashi Fujiko Süßwaren aus hier angebauter, hochwertiger Azuki herstellt.

Azuki no sato in Kyoto
© Azuki no sato

Das Gebäude ist auf Schlendern und Naschen ausgelegt: ein Laden, bestückt mit Wagashi, westlichen Süßwaren und lokalen Farmprodukten, dazu Ausstellungen traditioneller Holzformen, ein Café, das frisch zubereitete Dinge wie Daifuku, süße Reiskuchen, und Mitarashi-Dango, Reisklößchen mit süßer Sojaglasur, serviert, und ein lockerer Cafébereich, in dem Süßes in vernünftigem Tempo auf Matcha trifft. Es gibt außerdem einen Bereich mit Blick in die Fabrik, in dem man den Produktionsprozess beobachten kann.

Wagashi, japanische Süßspeisen
© Toshiko Sakurai

Als Hauptprogrammpunkt werden von Handwerksmeistern geleitete Wagashi-Workshops nach Reservierung angeboten (für vier bis 70 Personen), mit Preisen ab 2.500 Yen (zzgl. MwSt.) und einer Dauer von 30 bis 60 Minuten. Die Teilnehmenden müssen nichts mitbringen; Schürzen und Handtücher werden gestellt.

Adresse: 47-1 Kawarabayashicho Kawarajiri, Kameoka, Präfektur Kyoto 621-0007

  • Azuki-no-sato


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  • Kamirokutanda-47-1 Kawarabayashichō Kawarajiri, Kameoka, Kyoto 621-0007, Japan
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Eine kulinarische Goldene Route, die weiterhin auf Schienen läuft

Eine starke kulinarische Reiseroute bleibt in Erinnerung, weil sie Struktur hat, einen klaren Korridor, ein machbares Tempo und Mahlzeiten, die zur Landschaft außerhalb des Fensters passen. Die Neue Goldene Route liefert diese Logik in Bahnform und erlaubt es euch, zwischen Regionen zu wechseln, ohne ständige Planungs-Neustarts. Nutzt den Hokuriku Arch Pass als Rückgrat, baut die Tage um jeweils eine reservierungswürdige Mahlzeit herum auf und lasst euch Raum für ein paar glückliche Entdeckungen zwischen den Bahnhöfen. Entdeckt Japan durch das Beste seiner vielfältigen regionalen Gastronomie und geht mit den Erinnerungen an unvergessliche Mahlzeiten entlang des Weges.

Gesponsert vom Grand Circle Project.
Übersetzung von Vanessa Aura.

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