Da 71% des japanischen Archipels von Bergen bedeckt sind, ist Japan das ideale Land zum Campen (von Mai bis Oktober). Darüber hinaus ist Camping bei den Japanern seit jeher beliebt, da sie eine besondere Vorliebe für die Natur hegen. Auch wenn sie vielleicht nur ein paar Tage zelten, nehmen die Japaner das Zelten ernst; sie kommen gut vorbereitet an und reservieren ihren Campingplatz oft lange im Voraus. In Japan gibt es landesweit etwa 3000 Campingplätze, und die meisten werden von öffentlichen Einrichtungen verwaltet. Nachdem ich fast 2 Monate Campingrouten erkundet habe, bin ich bereit, alles, was ich über das Campen in Japan gelernt habe, mit dir zu teilen!

Was du wissen musst, bevor du in Japan campen gehst

  • In Japan ist das Campen in der Wildnis verboten. Es gibt jedoch einige wenige freie Plätze, die auf Freien und günstigen Campsites (auf Englisch) detailliert aufgeführt sind. Es ist zu beachten, dass sich viele davon auf Brachland oder in städtischen Parks befinden, wo man sein Zelt aufschlagen darf.
  • Die Plätze sind mit Toiletten ausgestattet, aber die meisten, auch die teureren, verfügen oft nicht über Duschen. Diejenigen, die mit Duschen ausgestattet sind, funktionieren normalerweise mit Münzautomaten (wir haben sowohl 200 Yen für 3 Minuten als auch 100 Yen für 15 Minuten bezahlt, die Preise variieren also stark).
  • In Japan brauch man keine eigene Rolle Toilettenpapier mitzubringen. Alle Toiletten des Campingplatzes sind gut ausgestattet, und das eine Mal, als ich kein Papier in der Toilette fand, wurde am Eingang eine Rolle zur Verfügung gestellt!
  • Bei Ankunft auf dem Campingplatz wird man normalerweise gebeten, ein kurzes Formular mit persönlichen Daten auszufüllen. Denke voraus und halte deine Passnummer bereit!
Das Zelt wird aufgebaut für Camping in Japan.

Wie viel zahlt man für Camping in Japan?

Camping in Japan ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Geld zu sparen. Eine Unterkunft in Japan kann kostspielig sein, und wenn man nicht aufpasst, wird man einen großen Teil des Budgets für Übernachtungen in einem Hotel oder Gästehaus ausgeben. Eine Nacht auf dem Campingplatz für zwei Personen mit Zelt und Auto kostet durchschnittlich 1.500 Yen.

Jeder Campingplatz hat eine andere Methode zur Kostenrechnung deines Aufenthalts. Bei einigen Campingplätzen richtet sich der Preis nach der Anzahl der Personen, während andere nach der Anzahl der Zelte oder nach der Anzahl der autobesitzenden Personen berechnen. Denke daran, dass auf den größeren Campingplätzen viel Campingzubehör gemietet werden kann, was uns zum nächsten Punkt bringt.

Das Zelt steht bereit für Camping in Japan.

Was du beim Camping in Japan mitbringen musst

Das Minimum, das du mitbringen musst, ist ein Zelt, ein Schlafsack und eine Bodenmatte. Möchtest du jedoch im Sommer im südlichen Teil des Landes (von Kyoto bis Okinawa) campen, ist es sehr heiß, weshalb ich empfehlen würde, den Schlafsack durch ein einfaches Laken zu ersetzen. Man sollte auch in Erwägung ziehen, eine Plane mitzubringen (im Daiso oder jedem 100-Yen-Laden zu finden), um dein Zelt zu schützen oder abzutrocknen, bevor du es nach einer Regenperiode (die in den Sommermonaten häufig vorkommt) wieder einpackst.

Wenn du deine eigene Ausrüstung hast, würde ich dir raten, das Geld, das beim Camping gespart wurde, in die Anmietung eines Autos zu investieren. Die meisten Campingplätze sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zugänglich, wodurch es häufig vorkommt, dass man anreist, um einen geschlossenen Platz vorzufinden und einen Plan B in Betracht ziehen muss. Um mit deinem deutschen oder deinem schweizer Führerschein ein Auto zu mieten, benötigst du eine offizielle Übersetzung deines Führerscheins von Seiten der Japan Automobile Federation (JAF). Bist du in Besitzt eines offiziellen Führerscheins aus Österreich, genügt die Beantragung eines internationalen Führerscheins im Voraus.

Wenn du keinen Führerschein hast oder nicht über die Mittel verfügst, ein Auto zu mieten, würde ich dir raten, mit leichtem Gepäck zu reisen und die notwendige Ausrüstung bei Ankunft zu mieten. Auf den größeren Campingplätzen gibt es alles Notwendige für ein paar hundert Yen: Zelte, Grills, Klapptische und sogar Geschirrspülmittel.

Die Japaner zelten eher, weil sie die Natur lieben, als um Geld zu sparen. In der Regel bleiben sie für einige Tage am selben Ort, um einen Geschmack des Lebens in der Natur zu bekommen. Aber sie machen es sich gerne bequem! Ihre riesigen Zelte sind mit Markisen überdacht, die ihren kleinen, improvisierten Küchen Schutz bieten und sich ideal für ein abendliches Barbecue eignen. Mit all ihren Utensilien und Ausrüstungen kann man sich beim Zelten neben ihnen leicht wie ein Amateur fühlen. Unser armseliges, schwaches Zelt – dessen Aufbau nur wenige Sekunden dauerte – und unsere beiden Bodenmatten ließen uns an unseren Fähigkeiten als Camper zweifeln, aber wir haben trotzdem durchgehalten!

Auf dem Campingplatz mit aufgeschlagenem Lager.

Wenn das Campen dich an das Aroma und den Geschmack von köstlichem gegrilltem Fleisch denken lässt, solltest du wissen, dass viele der Plätze mit provisorischen Küchen und fest installierten Grills ausgestattet sind, so dass du keinen separaten Grill mieten musst. Sie sind die perfekte Möglichkeit, das Essen in der freien Natur zu genießen. Bringe auf jeden Fall ein Feuerzeug oder Streichhölzer und ein paar Spieße mit (alle in den großen Supermärkten erhältlich).

Wie du einen Campingplatz in Japan findest

Auf der Website der Nationalen Tourismusorganisation Japans werden einige Campingplätze vorgeschlagen und nach Regionen sortiert, aber du kannst sie auch in diesem Dokument finden. Ich fand jedoch, dass Google Maps der beste Weg ist, um Campingplätze zu finden. Wenn du deine Reiseroute bestätigt hast, gib “Campingplatz” in die Anwendung ein, und es werden dir die nächstgelegenen Campingplätze angezeigt. Du wirst oft in der Lage sein, die Adresse und Telefonnummer des Campingplatzes zu finden (Telefonnummern sind oft nützlicher, um sie in GPS-Navigationssysteme einzugeben).

Unser Zelt auf dem Campingplatz am Strand.

Wenn du dich dafür entscheidest, während der verkehrsreichsten Zeiten (wie der Golden Week oder der Sommerferienzeit vom ca. 20. Juli bis 15. August) zu campen, solltest du im Voraus planen, um Enttäuschungen zu vermeiden. In der Tat ist es in jedem Fall ratsam, vorher anzurufen, um sich zu vergewissern, dass der geplante Platz offen ist.

Falls kein Campingplatz in Frage kommt, kann man sich an das örtliche Rathaus wenden, um weitere Unterstützung zu erhalten und herauszufinden, wo man kostenlos zelten kann. Wenn du dich in einem öffentlichen Park oder mitten im Freien aufhältst, könntest du dein Zelt jederzeit aufschlagen. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass es niemanden stört, und dass man sich stets respektvoll gegenüber anderen, die das Gelände ebenfalls nutzen, verhält.

Bevor du dein Zelt aufschlägst, solltest du deine Umgebung sorgfältig überprüfen und dir einige wichtige Fragen stellen. Bist du sicher, dass du dich auf öffentlichem Grund und Boden befindest? Ist er frei von Umweltgefahren wie z.B. Ameisennestern? Wirst du dich im Schatten befinden, wenn morgens die Sonne aufgeht? Achte vor allem darauf, dass du deinen Platz nachher wieder aufräumst und deinen Müll und den recyclebaren Müll mitnimmst.

Schließlich solltest du wissen, dass die meisten Campingplätze über Bungalows verfügen. Der Preis ist oft höher als bei Zeltplätzen, aber sie sind immer noch viel billiger als eine Nacht in einem Hotel. Es könnte ein idealer Kompromiss für diejenigen mit kleinem Budget sein, die sich von einem Aufenthalt auf einem Campingplatz eher abgeschreckt fühlen. Allerdings ist es sicherlich notwendig, diese Alternative im Voraus zu reservieren.

Ein Campingplatz in Japan mit Bungalows.

Und da hast du’s! Jetzt weißt du alles, was du für Camping in Japan benötigen wirst! Wir hoffen, dass du wahre Freude beim Camping in Japan hast. Du wirst schnell feststellen, dass allein die Aussicht aus deinem Zelt am frühen Morgen oft der schönste Moment des Tages ist und für ausgezeichnete Erinnerungen an deine Reise sorgen wird.

Übersetzung von Luca Denser.

Mathilde Heidary

Mathilde Heidary

Hello ! My name is Mathilde, I'm French. I left Paris in March 2016 for 1 year of traveling through Japan (thanks to the Working-Holiday Visa). On the agenda: discovery of the most secret little spots of Japan. Follow the guide!


X