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Zwischen Rehen und interessanten Geschichten – Ein Ausflug nach Miyajima

Die Fahrt vom JR Bahnhof Hiroshima zum JR Bahnhof Miyajimaguchi mit der Sanyo Line in Richtung Iwakuni, dauert nur ungefähr eine halbe Stunde. Aber dennoch reicht diese Zeit aus, um interessante Bekanntschaften zu machen.

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Ich bin auf meinem Weg nach Miyajima, die berühmte Insel südwestlich gelegen von der Stadt Hiroshima im Seto-Binnenmeer, weltweit bekannt für ihr schwimmendes Tori-Tor, das zum Itsukushima-Schrein gehört.

Die Einheimischen gehen offen auf Touristen zu

Dass sich sogar die Hinfahrt als aufregend erweisen würde, habe ich jedoch nicht erwartet. Ich bin gerade in die Sanyo Line in Richtung Iwakuni gestiegen, als ich auch schon von einem älteren Japaner angesprochen werde. Touristen sind hier nichts Neues sollte man meinen und dennoch ist er interessiert daran, woher ich komme und wohin ich fahre.

Kaum erwidere ich, dass ich aus Deutschland komme, beginnt er auch schon auf Deutsch mit mir zu reden und erzählt mir, wie er die Sprache gelernt hat und singt mir deutsche Heimatlieder vor, nur um sie dann nochmal auf Japanisch zu singen.

Und da sage nochmal jemand, dass die Einheimischen genug von Touristen hätten!

Mit der Fähre nach Miyajima

Eine knappe halbe Stunde später komme ich an Miyajimaguchi an, von wo aus ich die Fähre nach Miyajima nehme.

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Mit der Nanaura Maru geht es ab nach Miyajima.

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Wir verlassen die Anlegestelle von Miyajimaguchi.

Zum Fährhafen laufen Sie keine fünf Minuten und sollten Sie im Besitz eines JR Passes sein, können Sie die Fähre kostenfrei nutzen, da diese zur West Japan Railway Gruppe gehört. Ansonsten kostet eine einfache Fahr für Erwachsene 180 Yen. Es besteht auch die Möglichkeit Autos, Motorräder oder Fahrräder mit an Board der Fähre zu nehmen, für die Sie noch einmal extra zahlen müssen.

Die Fahrt von Miyajimaguchi bis zur Insel Miyajima dauert ungefähr 10 Minuten, die Zeit können Sie im Inneren der Fähre verbringen oder auch auf dem Außenbereich.

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In der Ferne ist bereits das Torii-Tor des Itsukushima Schreins zu sehen.

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Das schwimmende Torii-Tor, noch ist nicht viel zu sehen von der Ebbe.

Ich selber nutze die Chance, während wir über das Seto-Binnenmeer fahren und genieße den Ausblick auf das Gebirge von Miyajima, von wo die Nebelschwaden aus aufsteigen und der Insel einen mystischen Anblick verleihen. Das Wetter ist nicht das Beste an diesem Tag, aber der Schönheit Miyajimas tut das nichts zur Sache.

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Ihre ständigen Begleiter auf Miyajima.

Wenige Minuten später erreichen wir auch schon Miyajima und verlassen die Fähre, nur um direkt von den Einwohnern Miyajimas begrüßt zu werden – Rehe. Diese werden auf Miyajima Ihr ständiger Begleiter sein!
Aber vorsichtig: Auch wenn die Rehe zahm sind und vielleicht sogar zu Ihnen kommen, um sich streicheln zu lassen, passen Sie auf! Insbesondere während der Setzzeit können die Ricken sehr aggressiv werden, um ihre Rehkitze zu schützen.

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Vergessen Sie nicht, dass es sich hier noch immer um Wildtiere handelt.

Der Itsukushima-Schrein bei Ebbe und Flut

Noch von der Fähre aus konnte ich erkennen, wie das Wasser das bekannte rote Torii-Tor des Itsukushima-Schreins umspült, aber als ich vom Hotel zurück komme, hat sich das Wasser schon so weit zurück gezogen, dass ich ohne Probleme zu dem Torii-Tor laufen kann.

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Die Gezeiten verwandeln Miyajima in einen wahren Erlebnispark. Bei Flut können Sie die Faszination des Schreins mit seinem schwimmenden Torii-Tor erleben, das nicht umsonst zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde, während Sie bei Ebbe die Möglichkeit erhalten das Tor aus nächster Nähe zu betrachten und Ihnen ein Strandspaziergang der ganz besonderen Art ermöglicht wird.

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Die Touristen pilgern zum Torii-Tor.

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Trotz des Wetters sind zahlreiche Touristen auf Miyajima zu finden.

Telefongespräch auf Japanisch: Verwendet "Moshi Moshi" bei Freunden.

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Der Daiganji Tempel

Nur einen Katzensprung vom Itsukushima Schrein entfernt, erreiche ich in wenigen Gehminuten den Daiganji Tempel, der unteranderem für die Ausbesserungen des Itskushima Schreins verantwortlich war.

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Es ist nur ein Katzensprung zum Daiganji Tempel.

Die sich im Daiganji Tempel befindenden Buddha-Statuen sind als wichtiges nationales Kulturgut registriert und müssen sich definitiv nicht hinter dem Itskushima-Schrein verstecken, wie ich beeindruckt feststellen darf.

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Gewidmet ist der Daiganji Tempel Benzaiten, der Göttin der Beredsamkeit, Musik, Weisheit und des Reichtums, womit sich der Daiganji Tempel in die Reihe der berühmtesten Benzaiten-Tempel in Japan einreiht, zusammen mit den Tempeln auf Enoshima, in Kanagawa und in Shiga.

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Der Senjō-kaku – Gewidmet der Seele Hideyoshis

Direkt neben der fünfstöckigen Pagode, die ebenso wie der Daiganji Tempel nur einen Katzensprung vom Itsukushima Schrein entfernt liegt, befindet sich auch der Senjō-kaku, der auch Toyokuni-jinja Schrein genannt wird.

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Der Senjō-kaku, gewidmet den Seelen der Kriegsgefallenen.

Toyotomi Hideyoshi, ein japanischer Feldherr und Politiker, der auch an der Einigung des neuzeitlichen Japans beteiligt war, befahl im Jahr 1587 die Halle, die den Senjō-kaku darstellt, errichten zu lassen. In dieser sollten monatlich buddhistische Sutren gesungen werden, zur Tröstung der Seelen der Kriegsgefallenen.

Nicht nur, dass der Senjō-kaku auch zum wichtigen nationalen Kulturgut gehört, von hier aus haben Sie auch einen beeindruckenden Blick auf das Seto-Binnenmeer!

Übernachten auf Miyajima

Die meisten Besucher von Miyajima bleiben nicht über Nacht, da sich die Insel für einen Tagesausflug von Hiroshima aus anbietet.
Sollten Sie jedoch die Atmosphäre Miyajimas genießen wollen ohne von den zahlreichen anderen Touristen umgeben zu sein, sollten Sie eine Übernachtung auf Miyajima in Betracht ziehen.

Denn die letzte Fähre von Miyajima zum japanischen Festland fährt gegen 22 Uhr, was bedeutet, dass zahlreiche Touristen bereits vorher die Insel verlassen.

Nach meinem Abendessen im Hotel nutze ich die Gunst der Stunde nochmal, um durch die sonst so belebte Omote-sando zu schlendern. Und nein, hiermit meine ich nicht die beliebte Shoppingstraße in Tokio, sondern die belebte Shoppingstraße auf Miyajima.

Doch um 22 Uhr abends sehen Sie hier kaum mehr Touristen, stattdessen begrüßen Sie dunkle Gassen, auf denen Ihnen hier und da Rehe entgegen kommen, die nun die, sonst von Touristen in Beschlag genommenen, Straßen erkunden.

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Die Straßen sind spät abends wie ausgestorben.

Und auch das Torii-Tor des Itsukushima- Schreins, das nachts angestrahlt wird und wie das Erzeugnis einer mystischen Welt wirkt, strahlt eine fast schon unheimliche Stille aus. Eine Stille, die ich nach dem Trubel des anstrengenden Tages aber durch aus genieße.

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Zum krönenden Abschluss lasse ich die Impressionen des Tages nochmal Revue passieren, während ich in meinem kleinen Privatonsen im Hotel sitze und den Blick über das Seto-Binnenmeer und den Itsukushima-Schrein gleiten lasse.

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Ausgeschlafen verlasse ich Miyajima am nächsten Tag.

 

Yvonne Tanaka

Yvonne Tanaka

Ursprünglich aus Berlin, habe ich in Japan meine zweite Heimat gefunden. Fasziniert vom Land, der Kultur und den Menschen, zieht es mich bereits seit 2012 regelmäßig in das Land der aufgehenden Sonne. Nach einem einjährigen Studienaufenthalt und einem Praktikum, zieht es mich 2022 wieder zurück in meine alte Heimat, in das Zentrum von Tokio.

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