Wer an Frühling in Japan denkt, hat wahrscheinlich sofort Bilder der berühmten Kirschblüte im Kopf und nicht der Shibazakura. Doch was tun, wenn ihre Blütezeit vorbei ist? Keine Sorge, denn die japanische Flora hat noch viel mehr zu bieten, als man zunächst annehmen mag. Um Ihnen das zu beweisen, habe ich mich auf den Weg zu einem besonderen Festival gemacht.

Pinkes Blütenmeer in der Nähe von Tokio

Mitte April/Anfang Mai ist nämlich die Hauptsaison der Flammenblumen, deren atemberaubende Pracht man besonders in Chichibu in der Saitama-Präfektur bewundern kann. Dort findet vom 18. April bis 31. Mai 2020 das sogenannte Shibazakura- Festival statt (芝桜 auf Japanisch). In dieser Zeit wird der Hitsujiyama-Park in ein buntes Farbenmeer verwandelt und Besucher haben die Chance, über 400.000 dieser Flammenblumen zu bestaunen.

Auf einer Gesamtfläche von 17.600 m² blühen die Flammenblumen in neun verschiedenen Varianten, was den Park in einen Spielplatz für Blumenfreunde verwandelt – hier fühle ich mich sofort wohl! Bei meiner Ankunft stehen die Blumen leider noch nicht in voller Blüte, was aber den Anblick keineswegs trübt. Ich geselle mich zu den anderen Touristen, die aufgeregt Fotos von den Moss Pink mit dem Okuchichibu-Gebirge im Hintergrund machen. Der Kontrast zwischen dem Grün der Bäume und dem kräftigen Pink der Blumen ist eine wahre Augenweide.

Blumen, wohin das Auge blickt

Was mir besonders am Park gefällt, ist die Art und Weise, wie die Blumen gepflanzt wurden. Durch die hügelartige Parklandschaft kann man als Besucher die Blumen aus unterschiedlichen Winkeln betrachten. Durch die besondere Blütenanordnung erscheint der Blumenteppich in Form eines Mosaiks und erinnert an die Kostüm-Muster des berühmten Chichibu-Nachtfestivals im Dezember.

Diese Sorgfalt und Liebe zum Detail macht das Shibazakura-Festival noch ein kleines bisschen schöner, finde ich. Um die Schönheit des Parks in vollstem Maße genießen zu können, stelle ich sicher, dass ich wirklich jeden Hügel besteige, damit ich jede blumige Aussicht erleben kann. Mit Erfolg! Doch so eine Hügel-Tour macht auch etwas hungrig. Auch für sowas ist das Festival bestens ausgerüstet und bietet Ihnen Shibazakura-Spezialitäten und traditionelles Festivalessen an.

Bunte Vielfalt der Shibazakura

In ihrer Hochzeit blühen 400.000 Flammenblumen und bieten damit ein fantastisches Bild. Doch nicht nur die Zahl der Blumen allein ist eindrucksvoll, sondern auch die Artenvielfalt: Neun Varianten des Moss Pink lassen sich erspähen.

Bei so vielen Blumen kann man schon einmal leicht den Überblick verlieren. Damit die Besucher vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, gibt es eine übersichtliche Karte in verschiedenen Sprachen, auf der eingezeichnet ist, wo man welche Blumenvariante bestaunen kann.

Als jemand, der zuvor noch nie etwas von Moss Pink gehört hat, war ich positiv überrascht von diesem Service. Nicht nur konnte ich dieses Blumenparadies mit eigenen Augen entdecken und bewundern, sondern habe dank des englischsprachigen Blumenführers auch viel Neues gelernt.

Das Farbspektrum der Blumen reicht von einem satten Pink, über leichtes Violett bis zu unschuldiges Weiß. Wer genau hinschaut, erkennt auch spannende Muster wie z.B. auf Amazing grace oder – meinem persönlichen Favorit – Emerald cushion. Die violetten und weißen Farbtupfer zwischen den pinken Blumen sind wohltuend für Auge und Seele zugleich.

Anreise zum Shibazakura Fest in Chichibu

Mit dem Limited Express New Red Arrow vom Seibu-Ikebukuro Bahnhof aus gelangt man zum Seibu-Chichibu Bahnhof. Eine Fahrt mit reserviertem Sitzplatz kostet 1,480 ¥ und dauert ungefähr 1,5 Stunden – perfekt für einen kleinen Tagesausflug. Vom Bahnhof aus kann man entweder ca. 12 Minuten zum Park gehen oder einen Bus nehmen. Eintritt kostet während des Festivals 300 ¥, außerhalb der Saison ist der Eintritt frei. Neben kulinarischen Spezialitäten kann man auf dem Festivalgelände auch Shibazakura-Souvenirs kaufen.

Megi

Megi

Das erste Mal war ich als einfache Touristin in Japan. Schon gleich am Anfang hat mich Tokyo in seinen Bann gezogen und mich seither nie wieder losgelassen. Deswegen zog ich für das Studium hierher und bin ständig auf der Suche nach neuen, unbekannten Plätzen, die die Schönheit Japans einfangen. Begleiten Sie mich auf meiner Reise durch Tokyo und Japan! Vielleicht entdecken wir gemeinsam etwas Neues.

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