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Nikko ist ein wahrliches Paradies für Liebhaber von Natur und japanischer Kultur gleichermaßen. Auf der einen Seite ist es die Heimat des berühmten Toshogu-Schreins, einem 400 Jahre alten Shinto-Schrein, der Tokugawa Ieyasu gewidmet ist. Jährlich pilgern Japaner und Touristen zu diesem Platz der Hochkultur.

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Ich rate Ihnen jedoch, mehr von Nikko zu erleben als Buddhismus und Shinto. Sehnen Sie sich nach Ruhe und einer atemberaubenden Aussicht? Dann folgen Sie mir in diesem Artikel zu den Wasserfällen im Nikko-Nationalpark!

Chuzenji-See

Beim Chuzenji-See (jap.中禅寺湖handelt es sich um einen See mit einer Gesamtfläche von etwa 11,9 km² im Nikko-Nationalpark, etwa 20 km von der JR-Station Nikko entfernt. Entstanden ist er vor ungefähr 20.000 Jahren, als der Vulkan Nantai ausbrach und den Fluss Daiyagawa blockierte.

Blick auf den Chuzenji-See vom Bus aus

Der See wurde ca. im Jahr 782 von einem Priester entdeckt und als heilig auserkoren. Aus diesem Grund war es Frauen bis 1872 nicht erlaubt, zum See zu gehen. Doch dieses Verbot ist schon lange aufgehoben und heutzutage kann jeder die Jahreszeiten am Chuzenji-See genießen.

Am einfachsten gelangen Sie zum See, indem Sie den Bus nehmen. Dieser bringt Sie innerhalb von ca. 45 Minuten entspannt zu den naheliegendsten Haltestellen. Aufgrund der malerischen Umgebung gibt es eine Vielzahl von heißen Quellen (Onsen) um den See herum, wo Sie sich entspannen können – oft mit einem atemberaubenden Ausblick auf den See selbst.

Doch der See allein ist nicht der einzige Höhepunkt, der Sie erwartet. Der Nikko-Nationalpark beherbergt außerdem eine beträchtliche Anzahl an Wasserfällen, wie z.B. die Ryuzu-Wasserfälle.

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Weitere Infos

Ryuzu-Wasserfälle

Schild vor den Ryuzu-Fällen

Ryuzu (jap. 龍頭滝) bedeutet so viel wie Drachenkopf und tatsächlich erinnern die Wasserfälle an einen Drachenkopf. Die Wasserfälle sind am Oberlauf des Flusses Yugawa, dem größten Zulauf des Chuzenji-Sees. Mit einer Fallhöhe von 60 m sind sie zwar nicht so überwältigend wie andere bekannte Wasserfälle, doch sind sie in ihrer Einfachheit schön anzuschauen.

Die Wasserfälle erinnern an einen Drachenkopf

Yudaki-Wasserfall

Einen äußerst beeindruckenden Anblick bietet hingegen der Yudaki-Wasserfall (jap. 湯滝).

Atemberaubende Wassermassen

Mit seiner Fallhöhe von 75 m ist er nicht nur höher als die Ryuzu-Wasserfälle, sondern er entspringt auch direkt dem Yugawa-Fluss. Sie können den Wasserfall aber nicht nur von unten bewundern. Eine Treppe führt sie bis zur Quelle hinauf, von wo aus Sie ein fantastisches Panorama über den See erblicken können.

Blick auf die umliegende Natur

Ich war äußerst angetan von dem Anblick, der sich mir eröffnet hat. Die Wassermassen, die steil hinunterfallen und die Berge im Hintergrund – mehr Natur konnte ich nicht verlangen. Doch vor mir lag noch eine letzte Etappe auf der Wasserfall-Route. Deswegen stieg ich schnell wieder die Treppe herunter und machte mich auf den Weg zum berühmten Kegon-Wasserfall.

Noch einen letzten Blick auf den Yudaki-Wasserfall…

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Kegon-Fälle

Die Kegon-Fälle (jap. 華厳滝) entstanden zur gleichen Zeit wie der Chuzenji-See, vor etwa 20.000 Jahren. Ihre Fallhöhe beträgt 97 Meter. Insgesamt bestehen sie aus 12 Wasserfällen, die sich unter oder parallel zum großen Wasserfall befinden. Der Kegon-Wasserfall gilt als einer der schönsten Wasserfälle in ganz Japan.

Die Kegon-Fälle in ihrer ganzen Pracht

Doch der schöne Wasserfall hat eine traurige Geschichte. Im Jahr 1903 beging der japanische Student Fujimura Misao am Wasserfall Selbstmord. Zuvor ritzte er in einen nahestehenden Baum seine Abschiedsnachricht. Sein Tod wurde von Medien und Schriftstellern teilweise glorifiziert, was zum sogenannten Werther-Effekt führte: in den folgenden acht Jahren gab es über 200 Selbstmordversuche von japanischen Jugendlichen.

Kegon-Wasserfall mit kleinem Regenbogen

Das Ende der Wasserfall-Route

Wie hat es Ihnen auf meiner Reise zu Nikkos Wasserfällen gefallen? Ich hoffe, dass Sie ebenfalls so beeindruckt sind von den schönen Wasserfällen wie ich es war. Statten Sie nächstes Mal in Nikko also nicht nur einen Besuch beim Toshogu-Schrein ab, sondern wagen Sie sich ruhig etwas abseits der Touristen-Route und bestaunen Sie die Wunder der Natur. Der Nikko-Nationalpark bietet sich dafür perfekt an.

Übersicht über den Nikko-Nationalpark

Megi

Megi

Das erste Mal war ich als einfache Touristin in Japan. Schon gleich am Anfang hat mich Tokyo in seinen Bann gezogen und mich seither nie wieder losgelassen. Deswegen zog ich für das Studium hierher und bin ständig auf der Suche nach neuen, unbekannten Plätzen, die die Schönheit Japans einfangen. Begleiten Sie mich auf meiner Reise durch Tokyo und Japan! Vielleicht entdecken wir gemeinsam etwas Neues.

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